(openpresse) Berlin / Mainz / Saarbrücken - Der BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK), CDU/CSU - Mitglieder für die Überwindung der Kernenergie trauert um Dr. Berthold Budell. Der rührige Pädagoge und promovierte Biologe Dr. Budell wurde nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl neben dem stellvertretenden DGB-Bundesvorsitzenden Gustav Fehrenbach, „Report“-Chef Franz Alt, und dem Warendorfer Schuldirektor Diethelm Gohl Mitbegründer des CDAK-Bundesverbandes. Als erster Schatzmeister der Atomkraftgegner in der Union hieß politische Glaubwürdigkeit für Dr. Budell allzeit „zu tun, was man sagt“. Deshalb zögerte der vormalige Umweltminister keine Sekunde, als es 1988 darum ging, zusammen mit dem Fernsehmoderator Dr. Franz Alt (Report Baden-Baden) als Kundgebungsredner die erste „Demonstration von CDU/CSU-Mitgliedern gegen die Risiken der Atomindustrie“ vor dem Kernkraftwerk Kalkar (im Volksmund: Schneller Brüter) zu organisieren. Dr. Budell insistierte, daß die CDAK-Kundgebung am Schnellen Brüter mit anschließendem Schweigemarsch unbedingt mit einem ökumenischem Gottesdienst auf dem Kalkarer Marktplatz abschloß.
Seine grundlegende Kritik an der Atomindustrie begründete Dr. Budell stets mit fundierten Argumenten, die er in dem Gebot fokussierte „DU SOLLST DEN KERN NICHT SPALTEN“. Aus seinem Glauben heraus begründete Dr. Budell sein politisches Engagement. Inspiriert vom Konziliaren Prozeß der christlichen Kirchen bedeutete für Dr. Budell die Gremienarbeit in der CDU selbstverständliche Verpflichtung zu Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.
Der Vater dreier Söhne hatte die begnadete Befähigung junge Menschen mit Humor und pädagogischem Geschick anzuregen, sich politisch einzubringen. Für das CDAK - Positionspapier formulierte Dr. Budell „Die Betriebsgenehmigung für den Schnellen Brüter in Kalkar wird nicht erteilt, die Bauarbeiten für die Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf werden eingestellt.“ Mit klaren Positionen und seiner gradlinigen Haltung gelang es Dr. Budell die wegen negativem Erfahrungshintergrund äußerst skeptischen Bürgerinitiativen an atomaren Standorten für die Atomkraftgegner in der Union als Gesprächs- und Bündnispartner zu gewinnen. Auf der von Dr. Budell geschaffenen Vertrauensbasis wurde 1989 die CDAK - Klausurtagung gemeinsam mit der Bürgerinitiative Schwandorf durchgeführt, die kreativ und beherzt gegen den Bau einer Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf (WAA) arbeitete. Dr. Budell tauschte sich in Klausur rege mit dem Chemiker Prof. Dr. Armin Weiß aus und betonte anschließend für die Atomkraftgegner in der Union, daß man binnen einer Woche in Schwandorf viel gelernt habe.
Für Dr. Budell, der Prof. Dr. Weiß nicht nachstehen wollte, war es daher nur konsequent, daß er sich im August 1989 zur Rheinlandhalle in Mülheim-Kärlich aufmachte und den Bürgerinitiativen und ihren Rechtsanwälten im atomrechtlichen Erörterungstermin zum örtlichen Atomkraftwerk demonstrativ den Rücken stärkte.
Dr. Berthold Budell wurde am 23. November 1929 in Ramstein-Miesenbach geboren. Nach dem Studium der Biologie, Chemie und Physik an der Universität Freiburg und erfolgreicher Promotion unterrichtete er als Lehrer in Homburg, Dillingen und Blieskastel.
Politische Ämter von Dr. Berthold Budell waren:
1964 - 1967 Landesvorsitzender der Jungen Union im Saarland
1965 - 1970 und von 1973 bis 1990 Mitglied des Landtags des Saarlandes 1977 - 1980 Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Minister für Umwelt, Raumordnung und Bauwesen im 3. Kabinett Zeyer
Dr. Berthold Budell war im Saarland Gründungsvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Saar). Er genoß bei den Umweltverbänden hohes Ansehen und hatte stets ein offenes Ohr für deren Sorgen und Nöte. Wie kein anderer hat Dr. Budell in der CDU den Grundstein für die Beachtung ökologischer Belange durch die Politik gelegt. Lebensmittelpunkt seiner umweltbewußten Familie war die Kreisstadt Homburg, wo Dr. Berthold Budell jetzt im Alter von 80 Jahren verstarb. Wir trauern und gedenken Dr. Berthold Budell dankbar mit aufrichtiger Anteilnahme.